Brillenlexikon
Acetat
Acetat ist ein Kunststoffmaterial. Aus diesem Plattenmaterial werden Kunststoffbrillen herausgefräst. Durch verschiedene Farbschichten des Plattenmaterials entstehen bei der Fertigung spannende Farbspiele.
Adaptation
Die Anpassung des Auges an die Lichthelligkeit nennt man Adaptation. Die Pupille verändert dazu Ihre Größe ähnlich einer Blende beim Fotoapparat. Das Auge paßt sich der Helligkeit sehr schnell an. Die Anpassung an die Dunkelheit dauert etwas länger.
Akkommodation
Die Anpassung der Augenlinse an unterschiedliche Entfernungen (fern und nah) nennt man Akkommodation. Dies geschieht durch die Änderung der Augenlinsenwölbung (Tonuswechsel des Ziliarmuskels) und des Augenlinsenbrechwertes (Verschieben von Linsenfasern). Für die Umstellung von Fern- auf Nahsehen beträgt die Akkommodationszeit etwa 0,5 Sekunden. Bei Ermüdung oder Elastizitätsverlust verlängert sich die Akkommodationszeit.
Alterssichtigkeit
Eine Fehlsichtigkeit die im Alter hinzukommt ist die Alterssichtigkeit. Um nahe gelegene Objekte scharf sehen zu können, muss der Brechwert des Auges erhöht werden. Dies geschieht, indem sich die Augenlinse beim Blick in die Nähe stärker krümmt. Mit zunehmendem Alter verringert sich jedoch die Elastizität der Augenlinse und somit die Anpassungsfähigkeit an die Nähe. Dieser Prozess beginnt zwar schon im jugendlichen Auge, macht sich aber erst ab einem Alter von ca. 40Jahren bemerkbar, wenn man die Zeitung immer weiter weg halten muss. Allmählich reicht die Länge der Arme nicht mehr aus.
Um beim Blick in die Nähe wieder scharf sehen zu können, wird ein Brillenglas vor das Auge gesetzt, welches hilft die fehlende Anpassung der Augenlinse zu korrigieren. Die Alterssichtigkeit (Presbyopie) ist genau genommen keine Fehlsichtigkeit, sondern die Folge einer normalen physiologischen Entwicklung. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie diese Brillengläser gestaltet sind. Sie können eine Lesebrille mit nur einer Stärke für den Nahabstand (ca. 40cm) tragen. Damit sehen Sie wieder wunderbar deutlich in die Nähe, können lesen und Handarbeiten machen. Wenn Sie durch diese Lesebrille allerdings in die Ferne blicken, erscheinen Ihen jetzt die Objekte verschwommen. Diese Brille müssen Sie also dann absetzen oder etwas weiter auf die Nasenspitze schieben und darüber schauen. Mit einer Gleitsicht- oder Bifocalbrille ersparen Sie sich das Auf- und Absetzen der Brille. Lesen Sie dazu auch Gleitsicht- oder Bifocalbrille.
Aniseikonie
Größen-oder Formungleichheiten der beiden Netzhautbilder nennt man Aniseikonie. Diese Form der Fehlsichtigkeit ist eine Folge von Anisometropie.
Anisometropie
Die ungleiche optische Brechkraft beider Augen nennt man Anisometropie. Augen die diese Fehlsichtigkeit aufweisen haben eine unterschiedliche beidseitige Weitsichtigkeit oder Kurzsichtigkeit oder aber Weitsichtigkeit des einen und Kurzsichtigkeit des anderen Auges. Der dioptrische Unterschied zwischen beiden Augen sind mindestens 2 Dioptrien. z.B.:rechtes Auge+0,50dpt und linkes Auge -3,00dpt
Astigmatische Fehlsichtigkeit
Augen, die diese Fehlsichtigkeiten aufweisen weichen von der Kugelform ab und sind elyptisch. Sie haben also in zwei neunzig Grad zueinander stehenden Richtungen (Ebenen) unterschiedliche Brechwerte. Vergleiche auch Sphärische Fehlsichtigkeiten. Die Abbildung eines Punktes im oder außerhalb des Auges entsteht nicht als Punkt sondern als oval. Zur Korrektion dieser Fehlsichtigkeiten benötigt man Brillengläser, welche genau in zwei neunzig Grad zueinander versetzten Flächen unterschiedliche Brechwerte aufweisen. Damit können dann beide fehlsichtigen Ebenen des Auges einzeln korrigiert werden. Diese Brillengläser nennt man astigmatisch, zylindrisch oder torisch. Bei diesen Brillengläsern benötigt man zur eindeutigen Bestimmung und Einarbeitung in die Brille drei Angaben pro Glas. Das ist zum einen die Sphäre, welche angibt, ob der Mensch kurz- oder weitsichtig ist. Danach schreibt man den sogenannten Zylinder als Differenz der Werte der beiden Ebenen (Hauptschnitte). Dieser kann in Plus oder Minusschreibweise geschrieben werden. Wobei sich bei Änderung der Schreibweise die komplette Angabe zur Brillenglasstärke ändert.
Beispiel: -1,25 dpt -0.5 dpt A125° soll in Plusschreibweise des Zylinders geschrieben werden, lautet die Glasstärke -1,75dpt +0,5dpt A35°.
Die Achse (A) gibt dabei die Richtung der beiden Stärken an und muss immer mit genannt werden.
Bindehautentzündung
Die Entzündung der Bindehaut nennt man Konjunktivitis. Es können u.a. gerötete Augen, Tränenfluß oder Schmerzen auftreten.
C
Cylinder
Die Maßeinheit für eine Hornhautverkrümmung wird in Cylinder angegeben. Das Symbol dafür ist cyl oder zyl. Augen die einen Cylinderwert benötigen sind astigmatisch fehlsichtig. (siehe Astigmatische Fehlsichtigkeit)
D
Dioptrie
Die Maßeinheit für die brechende Kraft optischer Systeme (Brille und Auge) nennt man Dioptrie. Das Symbol dafür ist dpt oder dptr. Die Dioptrie ist der Wert den der Optiker beim Ausmessen der Augen bestimmt, und danach werden die Brillengläser bestellt.
F
Fehlsichtigkeit
Liegt ein Mißverhältnis zwischen dem Brechwert und der Baulänge des auf die Ferne eingestellten Auges vor, ist das Auge fehlsichtig (ametrop). Der Fernpunkt liegt dann nicht im unendlichen, sondern im Endlichen vor oder hinter dem Auge.
Man unterscheidet Kurzsichtigkeit (Myopie) und Über- oder Weitsichtigkeit (Hyperopie).
G
Grüner Star
Die Augenerkrankung Grüner Star wird Glaukom genannt. Bei dieser Augenerkrankung ist mit zeitweise oder dauernd erhöhtem Augeninnendruck als Leitsymptom zu rechnen.(>26mmHg) Dazu können u.a. Gesichtsfeldausfälle,Minderung der Sehkraft kommen, und mit grünlichem Reflex der Linse einhergehen.
Grauer Star
Die Augenerkrankung Grauer Star wird Katarakt genannt. Bei dieser Augenerkrankung verliert die Augenlinse ihre Durchsichtigkeit und trübt sich ein.
H
Hornhautentzündung
Die Entzündung der Hornhaut(Cornea) nennt man Keratitis. Es können u.a. örtliche Schmerzen, Tränenfluß, Lichtscheu, Lidkrampf oder Sehstörungen auftreten.
K
Kurzsichtigkeit
Bei einer Kurzsichtigkeit können alle Gegenstände in der Nähe gut erkannt werden. Wie nah die Sache vor dem Auge sein muss, um scharf gesehen zu werden, hängt von der Stärke der Kurzsichtigkeit ab. Beim Kurzsichtigen entsteht das Bild eines unendlich entfernten Gegenstandes vor der Netzhaut und erscheint damit unscharf. Mit dem korrekten Minusglas (Zerstreuungslinse) rutscht das Bild auf die Netzhaut und erscheint so wieder scharf.
N
Nachtmyopie
Die zunehmende Kurzsichtigkeit bei abnehmender Helligkeit nennt man Nachtmyopie.
Nylorbrillen
Nylorbrillen sind Brillen, deren Gläser teilweise mit einem Nylorfaden gefasst sind. Dazu wird in das Kunststoffglas eine Rille eingefräst. Darin liegt der Nylorfaden und hält das Glas. Oft hat man einen Metallrand im oberen Glasbereich und unten einen Nylorfaden. Der Rand der Brille ist dadurch unauffälliger. Bei manchen Brillen ist das Glas mit dem Nylorfaden auch hinter einem Blendrahmen gehalten. Diese Variante wählen die Fassungshersteller meist bei sehr aufwendigen und eckigen Formen oder sehr flach gehaltenen Metallrändern.
R
Rechtsichtigkeit
Ein rechtsichtiges (emmetropes) Auge bildet bei entspannter Fernhaltung (Fernakkommodation) einen unendlich fernen Objektpunkt scharf auf die Netzhaut ab, das heißt der Brennpunkt liegt genau auf der Netzhaut. Der Fernpunkt liegt im unendlichen. Zu vergleichen ist dies gut mit einer Diaprojektion. Nur wenn das System des Diaprojektors und der Abstand zur Leinwand genau auf einander abgestimmt sind, entsteht ein scharfes Bild auf der Leinwand.
S
Sphärische Fehlsichtigkeiten
Vereinfacht kann man sich hierzu das Auge als eine Kugel vorstellen. Es hat in allen Richtungen (Meridianen) die gleiche Brechkraft. Das Bild entsteht entweder vor (kurzsichtig) oder hinter (weitsichtig) der Netzhaut. Brillengläser für diese Korrektur haben immer nur einen Wert. Zum Beispiel bei einem Menschen der kurzsichtig ist könnte ein Brillenglas lauten - 1,25 Dioptrien. Das Minus oder Plus zeigt an, ob derjenige kurz (-) oder weitsichtig (+) ist. Die Dioptrien zeigen an, um wie viel diese Fehlsichtigkeit korrigiert werden muss. Siehe auch Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit
W
Weitsichtigkeit
Beim Übersichtigen entsteht das Bild eines unendlich entfernten Gegenstandes hinter der Netzhaut und ist deshalb unscharf. Durch Anstrengung kann die Augenlinse ihre Brechkraft erhöhen und so diese Fehlsichtigkeit teilweise korrigieren. Dazu muss das Auge aber immer zu einem gewissen Grad angespannt sein. Mit Plusgläsern (Sammellinsen) kann diese Fehlsichtigkeit so korrigiert werden, dass das Bild eines unendlich entfernten Gegenstandes wieder scharf auf der Netzhaut entsteht.







